Montag, 13. August 2012

Band Of The Week: Rompeprop



Das Party.San Open Air 2012 ist gerade vorbei und ich bin immer noch begeistert von so vielen tollen Auftritten. Aber ich bin auch etwas deprimiert, da ROMPEPROP absagen mussten, weil sich ihr Drummer die Beine gebrochen hatte. Immerhin sind die niederländischen Grind-Granaten immer für eine Party gut und sind für viele der Inbegriff des Porn- beziehungsweise Goregrinds. Simple Zweitakter-Riffs und ein Klospülungs-Pitch-Shifter sind die Haupterkennungsmerkmale. Das sind zwar keine sonderlich heraus stechenden Eigenschaften, aber wir reden hier ja auch nur über eine Grindcore-Band.
Da legt man nämlich ganz andere Qualitätsmaßstäbe an. Am wichtigsten ist in jedem Fall der Funfaktor und der Humor, den eine Band zu vermitteln im Stande ist. Und jeder, der den Torsotumor schon einmal live gesehen hat, weiß was die Holländer alles draufhaben. Hier stimmt einfach alles! Image, Outfit und Musik. Mit dem aktuellen Album "Gargle Cummics" stellen sie das einmal mehr unter Beweis und unterhalten von Anfang bis Ende nicht nur mit groovigen Grind-Rockern, sondern haben mit zum Beispiel 'quak quak' oder 'Ende' auch lustige Ein- und Ausklänge gefunden, die das ganze Paket schön rund machen. Sogar das STEPPENWOLF-Cover 'Porn To Be Wild' klingt hier weder lahm noch ausgelutscht. ROMPEPROP gewinnen auf ganzer Linie und servieren mit unter anderem 'Scottish Handcuffs', 'Tante Shampoo' und 'Gri(e)ndhoven' unheimlich starke Abrisskommandos, die einem jeweils die Kinnlade abmontieren. Der Beat ist zwar, wie eingangs, erwähnt etwas standardmäßig, wird aber gerne mal durch wütende Blast-Attacken aufgewertet.
Knapp zehn Jahre vorher erschien das Frühwerk "Menstrual Stomphulk", das allerdings bereits alle genannten Qualitätsmerkmale enthält, gleichzeitig aber auch noch etwas punkiger daher kommt und noch mehr die Urgewalt des Underground-Grinds verkörpert. Auch einer der größten Hits der Band befindet sich auf dieser Scheibe. 'Pelikanelul' ist einfach eine Macht, die verdammt schnelle Blasts durchprügelt und dennoch einen Chorus hat, der einfach hängen bleibt. Ähnlich beliebt ist bei vielen Anhängern 'The Babyshitter', was auch sehr gut rockt und vor allem durch einen rauen Death-Metal-Sound begeistert. Jedoch sind auch die anderen Songs wahre Meisterwerke und gehen eigentlich immer.
Noch besser ist eigentlich nur noch das legendäre 'Hellcocks Pornflakes'-Album, das allein durch sein Frühstücksflocken-Artwork einen Platz in der Ruhmeshalle des Grindcore verdient hat. Aber mit 'Vaginal Luftwaffe' findet man auf diesem Silberling der Band-Überhit, den selbst Leute kennen, die ansonsten nicht viel ROMPEPROP oder generell Grind hören. Jedoch muss man auch hier anmerken, dass die gesamte Platte hörenswert ist. Beispielsweise 'Embryoyo' ist nämlich auch immer für einen Ohrwurm gut, auch wenn es über weite Teile, dem angesprochenen Zweitakter-Beat folgt. Eigentlich ist schwer zu sagen, warum ROMPEPROP so gut sind. Sie sind es einfach. Sie erfinden nichts mehr Neues, haben aber in über zehn Jahren Bandgeschichte genug beigesteuert, um als Speerspitze des Goregrind gehandelt zu werden. Wenn ihr also mal die Chance kriegt, einen Auftritt der Benelux-Burschen zu besuchen, dann zögert nicht und geht hin! Die Musik ist klasse, die Jungs sind nette Kerle und eine klasse Party ist garantiert. Schade, da ist dem Party.San-Publikum wirklich etwas entgangen. Aber es gibt ja immer ein nächstes Jahr.

[Adrian]

Kommentare:

  1. Och Adrian! Soweit ich dir auch über den Unterhaltungsfaktor von Rompeprop zustimme, fehlt hier definitiv das beste Werk der Band, die Split mit Tu Carne. Was mich aber wirklich stört, ist die Gleichschaltung von Grindcore mit den Micro-Genren Goregrind und Porngrind. Willst Du Terrorizer, Extreme Noise Terror, Napalm Death oder Phobia wirklich mit Carcass vergleichen? Oder gar mit Gut, Rompeprop, oder CBT? An dieser Stelle bin ich gerne kleinlich und trenne den Grind wie meinen Müll daheim (;
    Cheers!

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  2. Danke für dein Kommentar! Ich hoffe mal mehr Leute folgen deinem Beispiel :-)

    Also, bei meinen Band Of The Week Berichten sind ja immer große Lücken, was die Diskographien angeht. Und in dem Fall sind das auch die drei einzigen Releases die ich von ROMPEPROP zur Verfügung hatte. Aber dann sollte man die Split definitiv mal antesten, wenn du sie so lobst. :-)

    Die Micro-Genre-Sache ist eine ständige Debatte, den einen ist es zuviel Zerstückelei, die anderen nehmen es ganz genau. Ich finde dass die Holländer sowohl Gore als auch Porn Elemente haben und da sie wirklich sehr bekannt sind, habe ich ja nur gemeint, dass sie für viele der "Inbegriff" sind. Das heißt ja nicht dass es so ist ;-) Übrigens liebe ich Extreme Noise Terror, Napalm Death, Carcass und Terrorizer! Über die muss ich auch noch mal was schreiben. Da kann man die Sache ja noch mal ausführlicher thematisieren.

    Und vielen Dank noch mal für das Comment!

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