Sonntag, 8. September 2013

CD-Review: Document 6 "Blut"

Hurra! Lang hat es nicht gedauert bis die Polit-Grinder DOCUMENT 6 den ersehnten Nachschub zu ihrem 2012er Album "Das Vierte Reich" geliefert haben. Die vier Heinsberger liefern mit "Blut" aktuell eine EP ab, die da weitermacht, wo das letzte Album eindrucksvoll aufgehört hat. Crust und Grind beherrschen das Bild und wandeln dabei leicht auf den Spuren von Bands wie den JAPANISCHEn KAMPFHÖRSPIELEn oder TOTENMOND.
Dabei gibt es aber nicht nur 'Stumpf Auf Die Fresse' wie es Song #2 propagieren mag, sondern es werden wie man es von der Band kennt gesellschaftskritische Inhalte transportiert. So verarscht 'Volx-Mu-Sick' die dörfische Sauflieder-Kultur und setzt dabei sogar ganz authentisch auf eine alkoholisierte Männerchor-Rhetorik.
Etwas was mich allerdings wundert ist die Tatsache, dass man gleich fünf alte Songs neu eingespielt hat. Zugegeben die Lieder sind anders arrangiert und haben tatsächlich einen wesentlich besseren Sound. Dennoch hätte ich nichts gegen ein paar mehr  neue Ergüsse gehabt. Denn gerade die neuen Lieder zeigen, dass sich das Quartett in Bezug auf das Songwriting wesentlich verbessert hat und sogar einige fremde Einflüsse eingebracht wurden. Beispielsweise vernehme ich im Opener 'Der Hass Auf Adam Und Eva' ein Riff, das mich deutlich an den KORN-Song 'Here To Stay' erinnert. Das ist gar nicht mal so weit hergeholt, wenn man bedenkt, dass Gitarrist Sascha auf den Bandfotos ein T-Shirt der Amerikaner trägt.
Insgesamt lohnt sich "Blut" aber auch für Hörer, die bereits das 2012er Album erworben haben, weil die neuen Arrangements besser runtergehen als beim (immer noch guten) Vorgänger und die drei neuen Stücke, wie gesagt, zeigen wie sehr sich die Band innerhalb der letzten Monate weiterentwickelt hat. Allein die Songlängen sind bei zweien der neuen Tracks fast doppelt so lang wie beim bisherigen Material und bewegen sich zwischen dreieinhalb und vier Minuten. Der größte Pluspunkt ist aber abschließend die verbesserte Produktion, die auch dazu beiträgt, dass im Vergleich zum Vorgänger noch mal ein halbes Pünktchen mehr drinnen ist. Wobei man diesen direkt wieder für das echt hässliche Artwork abziehen müsste (es sieht leider echt so aus als wäre es mit MS-Paint und der ersten Ergebnisseite der Google-Bildersuche zusammengeschustert worden). Jedoch fließt so etwas bei uns ja nicht in die Note mit ein. Auf den Inhalt kommt es ja zuerst mal an.

Für sozial-verträgliche drei Euro ist die EP bei der Truppe aus NRW direkt zu beziehen, wo gegen nun wirklich niemand etwas sagen kann.


8 von 10 Punkten

[Adrian]

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