Montag, 4. August 2014

CD-Review: Mordbrand "Imago"

Eine Band deren Name "Brandstiftung" bedeutet würde man eher in der norwegischen Schwarzmetall-Szene vermuten. Allerdings sind MORDBRAND eine Todesblei-Truppe aus (Überraschung!) Schweden. Mit "Imago" bringen die Skandinavier ihre erste Full-Length heraus und machen damit nach fünf EPs und Splits endlich Ernst.
Warum es so lange gedauert hat ein Debüt einzuklopfen, obwohl es die
Kapelle seit 2006 gibt, erklärt sich durch die Tatsache, dass die Mitglieder bei anderen (bekannten Bands) wie GOD MACABRE oder KARENSDAG in Lohn und Brot stehen. Die letzte EP "Unmake" war mit fast 30 Minuten Spielzeit bereits ein fast vollwertiges Album und "Imago" setzt mit zehn Minuten mehr nochmal einen drauf. Allerdings ist es bei fast 40 Minuten deutlich schwerer Längen zu vermeiden und den Spannungsbogen permanent hochzuhalten. Gerade die Deather aus Schweden sind zuletzt mehr als einmal an dieser Aufgabe gescheitert und haben ihr europäische Pole-Position in Sachen Old-School-Death in den letzten Jahren sang- und klanglos an die Briten und Mitteleuropäer verloren, was Kreativität und Innovationskraft angeht. MORDBRAND allerdings scheinen meine letzten Schwedentod-Rezensionen gelesen zu haben und bieten auf dieser Scheibe eine Menge landesuntypischer Einflüsse. Denn auch wenn die Stockholmschule eigentlich in jedem Song irgendwo zu hören ist, gibt es daneben auch viele atmosphärische Ausflüge, die zum Teil mehr das traditionelle Finnenhandwerk erinnern. Das gilt vor allem für die Chants in 'Bastion Of Blood' und die Keyboards in 'Serve The Limbs That Grace', die von den schwarzmetallischen Landsleuten von RITE beigesteuert wurden.
Amerikanische Aspekte gibt es ziemlich direkt bei  'Their Name Are Myriads', wo mit Eric Cutler von AUTOPSY und CC DeKill von GRAVEHILL gleich zwei hochwertige Todesklampfer aus den USA ein paar Gitarrenspuren beisteuern. Hier geht es zum Teil sehr brutal zu, auch wenn das sehr schöne Gitarrensolo für eine melodische Auflockerung sorgt.



Unter dem Strich ist dieses Album zwar keine totale schwedische Schulreform, aber wenigstens trauen sich MORDBRAND immer wieder aus ihrer Comfort Zone heraus und liefern uns interessante Elemente, die man so nicht zwangsläufig auf einem Stockholmer Dreher vermutet hätte. Die typischen NIHILST-Gedächtnis-Momente halten sich zum Glück in Grenzen und gerade die Details wie das verstörende Zwischenspiel 'Imago' lockern das Schlachtfest etwas auf. Es lohnt sich in das Debüt der beiden GOD-MACABRE-Gründer Per und Björn hineinzuhören.
"Imago" ist seit dem neunten Mai über Deathgasm Records zu erhalten.

8 von 10 Punkten

[Adrian]

Kommentare:

  1. mal teffender. ahnung haste dennoch keine.

    AntwortenLöschen
  2. Danke für deine Meinung! Und auch wenn angeblich ich keine Ahnung habe, freut es mich, dass Du scheinbar ständig unsere Seite besuchst. Ich würde mich aber auch freuen, wenn du mich mal persönlich mit Namen anschreiben würdest, damit Du mich mal ein wenig an deinem Death-Metal-Fachwissen teilhaben lassen kannst. Vielleicht kannst dann auch mal selbst ein Review schreiben und uns Unwissenden zeigen wie man richtig rezensiert.

    AntwortenLöschen