Sonntag, 5. April 2015

CD-Review: Sorcerer "In The Shadow Of The Inverted Cross"

 
26 Jahre liegen zwischen der Gründung der Schweden von SORCERER und ihrem Debütalbum. Vor der Auflösung 1992 brachte man es aber gerade einmal auf 2 Demos, bis Bassist Johnny Hagel zu TIAMAT wechselte. 2010 fanden sich Hagel und Sänger Anders Engberg dann wieder zusammen, um mit ein paar neuen Mitstreitern neues Material aufzunehmen. 2015 ist dann endlich das Jahr des Debütalbums "In The Shadow Of The Inverted Cross", und das lange Warten hat sich mehr als gelohnt.
Schon der Opener 'The Dark Tower Of  The Sorcerer' zeigt, dass SORCERER
es einfach verstehen, gute Songs zu schreiben. Die Band zeigt hier schon vieles von dem, was sie so stark macht. Ein toller Chorus, feine Melodien und ein kurzes, aber dadurch umso besser wirkendes, Solo ergeben einen Song, der einen sofort packt. Man schafft es hier sogar ein von mir normalerweise eher weniger gemochtes Element - "Ohohoho"-Chöre - passend in den Song einzubinden. 'Lake Of The Lost Souls' besticht dann vor Allem durch seinen überragenden Chorus, der mit seiner eindringlichen Erhabenheit enormes Gänsehautpotenzial bietet und vor allem Live ein tolles Erlebnis verspricht. 'Exorcise The Demon' ist dann mehr ein straighter Song mit treibenden Riffs, der mit extrem abwechslungsreichem Gesang punkten kann. Von klassischem Heavy-Metal-Gesang über gesprochene Passagen und getragene Melodien bis hin zu sakral anmutenden Einsprengseln ist hier alles dabei. Weitere Highlights sind das schon eher dem Doom zuzuordnende 'Prayer For A King' und das rockige 'The Gates Of Hell', aber es fällt schwer, hier eine wirkliche Auswahl zu treffen, denn schwache Songs gibt es auf dem Album glücklicherweise nicht
"In The Shadow Of The Inverted Cross" ist das bisher interessanteste und eigenständigste Heavy-Metal-Album des Jahres voller guter Ideen und starker Momente, dem zwar ein wenig ein absoluter Über-Hit fehlt, dies aber durch einen bunten Strauß verschiedener hochklassischer Songs ausgleichen kann. Ein Händchen für einprägsame Refrains und ein Gespür für tolle Melodien tun dann ihr Übriges. Die etwas über 50 Minuten Spielzeit vergehen wie im Flug und meistens drücke ich ohnehin direkt auf Repeat. Für mich eines der stärksten klassischen Metal-Alben der letzten Jahre.
Das Debüt von SORCERER gibt es seit 24.03.2015 bei
Metal Blade Records.
 
9 von 10 Punkten

[Nezyrael]

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