Montag, 2. Januar 2017

Tape gehört: Casket "Ghouls Of Filth"

Wenn man Metal-Archives trauen kann, handelt es sich bei CASKET aus Detmold um die neunte Kapelle weltweit und das dritte deutsche Kollektiv mit diesem Namen. Auch wenn die Verwechselungsgefahr hoch ist, passt der Banner doch ziemlich gut zu dem ostwestfälischen Solo-Projekt, denn ihre erste EP "Ghouls Of Filth" ist urwüchsig und todesmetallisch wie bei den klassischen Bands aus den 80ern, als man noch nicht Medizinbücher, Tolkien-Literatur und ausgefallene Wortneuschöpfungen bemühen musste, um einen einzigartigen Bandnamen zu finden. 
Insgesamt umfasst der Dreher vier Songs, die es zusammen auf eine Spielzeit
von ziemlich genau 17 Minuten bringen. Die Vorbilder sind allerdings schon nach wenigen Takten mehr als offensichtlich. Mastermind Marco orientiert sich an den Frühwerken von DEATH, MASSACRE, AUTOPSY und anderen Geburtshelfern des morbiden Genres. Die Riffs leben von mächtig viel Druck und transzendieren zwischen an OBITUARY erinnernden Groove Monstern und räudig schnellen "In Battle There Is No Law" Momenten. Begeistert persönlich bin ich auch von den variablen Grunts, die nicht schüchtern ins Mikro genuschelt werden, sondern aus voller Seele mit viel Gift und Galle ausgekotzt werden - hier kann man den Verwesungsgeruch förmlich durch die Boxen hindurch riechen. Lyrisch geht es passend dazu um fauliges Fleisch, Zombies und Gedärme. Also ein Schlacht(Freuden)fest für alle jene, denen Extreme Metal in den letzten Jahren etwas zu okkult-elitär geworden ist. Hier darf man sein stumpfes Bedürfnis nach Splatter-Horror-Ästhetik ungezwungen ausleben und genau das macht diese Platte so interessant. Natürlich hat gerade das Old-School-Death-Revival in den letzten Jahren den Bedarf der Szene nach traditionellen Extremen ausreichend befriedigt, nichtsdestotrotz unterhält CASKET mit seiner orthodoxen Death-Metal-Spielart und liefert vier Tracks, die genau auf diese Art und Weise auch vor 30 Jahren hätten auf den Markt kommen können. 

Wer also nun neugierig geworden ist, sollte sich Ende des Monats beim US-Distro Muerto En La Cruz eine der 100 Tapes sichern auf die "Ghouls Of Filth" gebannt wurde. 

[Adrian] 

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