Mittwoch, 25. September 2019

CD-Review: Evoked "Ravenous Compulsion"

Unsere Death-Metal-Reviews zu den F.D.A.-Records-Releases gehören zu diesem Blog wie Eiswürfel zu Whiskey. Dementsprechend ist es mir eine Ehre das Debüt einer weiteren großartigen Old-School-Truppe aus den tiefen des Untergrunds präsentieren zu dürfen: EVOKED aus dem schönen Ostwestfalen. Man hat es geschafft nach einigen kleineren Releases endlich die erste Full-Length fertigzustellen, das allein wegen dem geschmackvollen Artwork einen nähren Blick verdient. Ob man sich ähnlich geplättet wie die Person auf dem Cover fühlt nach dem man sich "Ravenous Compulsion" angehört hat, wird in der Folge geklärt.

Aber wer steckt eigentlich hinter EVOKED? Wenn man in die ersten Tracks so reinhört, könnte man unbedarfterweise draufkommen, dass hier Musiker von MORGOTH mit Martin Van Drunnen zusammenarbeiten, allerdings sind hier ganz andere Kräfte am Werk. Die Kapelle besteht aus einem Triumvirat, das
durch den WIFEBEATER-Basser Accuser, Ex-OBSESSÖR-Drummer Artilleratör und dem ehemaligen MANIA-Sänger Bonesaw gebildet wird. Diese Grundlage erklärt die dezent thrashige Rhythmik, die für mich einen entscheidenden Unterschied mitbringt. Denn die meisten (vor allem modernen) Death-Metal-Acts haben das Problem, dass sie (sagen wir es wie es ist) stinklangweilig sind. Man versucht düster, böse und tonnenschwer zu klingen, was (als es noch nicht jeder gemacht hat) ein wirklich starkes Stilmittel war, aber inzwischen ringt es niemandem mehr ein müdes Lächeln ab. EVOKED hingegen weiß wie man das Verhältnis aus Mid-Tempo-Groove und rasantem Dreschflegel so kombiniert, dass ein extrem spannender und leicht zu konsumierender Mix entsteht. Das schlägt sich auch in der Spielzeit nieder - denn mit gerade einmal 32 Minuten und 20 Sekunden ist es zwar recht kurz für ein Studioalbum, aber dafür auch äußerst kompakt und tight. Zeit für Längen kann es da gar nicht geben.  

Insgesamt macht EVOKED eigentlich alles richtig und liefert ein Debütalbum ab, dass sich sowohl mit alten Referenzen als auch beliebten Revival-Bands wie SKELETAL REMAINS oder MORFIN messen kann.  "Ravenous Compulsion" fährt zwar nichts auf,  dass man in den letzten Jahren nicht bereits woanders schon gehört hätte - den kleinen aber feinen Unterschied liefert jedoch (wie bereits erwähnt) der hohe Thrash-Anteil, der aufhorchen lässt. 
Da aktuell die Flut an neuen Old-School-Death-Alben etwas abebbt, ist dieser Dreher definitiv eine coole Angelegenheit für Genre-Fans, wobei auch generell Freunde harter Klänge ein Ohr riskieren sollten.
Ab 27.09.2019 gibt es diese Scheibe bei F.D.A. Records zu ergattern.

8 von 10 Punkten

[Adrian]

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