Dienstag, 8. November 2016

Classic-Review: The Moaning "Blood From Stone"

THE MOANING - diese Band wird den meisten Todesmetaller nicht viel sagen, aber als der Death Metal in Schweden so richtig durch die Decke gegangen ist, hatte sich dieses Kollektiv aus Luleå zusammengefunden, um den landestypischen Elchtod mit dem ebenfalls gerade im Aufwind begriffenen Black Metal zu verbinden. Herauskamen dabei eine Demo und das Album "Blood From Stone", das 1997 auf die Menschheit losgelassen wurde. Leider befand sich zu diesem Zeitpunkt der Old-School Death Metal wiederum auf dem absteigenden Ast (wie der Metal insgesamt Ende der 90er Jahre). Kein Wunder also, dass auf den Release der Scheibe keine weitere Veröffentlichung folgte, sondern lediglich eine schleichende Auflösung die Kapelle erfasste, die sie ins Reich des Vergessens beförderte. Da sich im Januar aber das Erscheinen dieser Full-Length bereits zum 20 Male jährt, wollen wir noch einmal einen Blick zurückwerfen auf eine tolle Band, die leider zur falschen Zeit durchstarten wollte.
Gleich mehrere Paten hört man auf diesem Dreher heraus. Zum einen bringen
die fauchenden Vocals von Sänger Pierre Törnkvist eine Menge norwegische Kälte mit ein, die von den immer wieder ins Wabern verfallende Gitarren unterstützt werden - Vergleiche mit DISSECTION sind erlaubt. Nichtsdestotrotz besitzt das Album auch jede Menge großartige Todesstahl-Rhythmen ('Dreams In Black' ist ein gutes Beispiel dafür). Interessanterweise kommt dabei aber als direkter Querverweis zuerst CARCASS (zu "Swansong"-Zeiten) in den Sinn. Das liegt vor allem an der Vermischung von Blast-Beats, Screams und rockigen Death-Riffs. Bei Liedern wie 'Mirror Of The Soul' überrascht es wenig, dass sich Frontmann Pierre und sein Bruder Patrik Törnkvist nach der unvermeidlichen Auflösung mit HELLTRAIN ein neues Betätigungsfeld gesucht haben, das ganz offiziell dem Death'n'Roll zugewandt ist. 
Es ist wirklich schade, das diese großartigen Melodien und treibenden sowie energetischen Beats 1997 nicht auf den fruchtbaren Boden gefallen sind, den sie verdient gehabt hätten."Blood From Stone" ist eine spannende Reise durch die Entwicklung der skandinavischen Extreme-Metal-Bewegungen. Klassischer Todesblei aus Stockholm, ein wenig Melo-Death á la AT THE GATES und viel frostiger Schwarzmetall aus Norwegen bilden die Grundlage für diesen Bastard, der zusätzlich noch mit einem Schuss Rock'n'Roll abgeschmeckt wurde. Wer gleich die komplette Ladung THE MOANING sucht, sollte sich den 2013er Re-Release von Century Media Records besorgen, der auch die deutlich rauere Demo enthält. Wählen kann man dabei zwischen der CD-Version und zwei Vinyl-Auflagen (in schwarz und transparent). Nicht nur sammelwütige Perlentaucher sollten sich diesen Release mal genauer anschauen.

[Adrian] 

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